Unter- und Überextrusion sind häufige Ursachen für schlechte Druckqualität. Dieser Guide zeigt, wie du das Problem systematisch diagnosierst und dauerhaft löst.
Symptome erkennen
| Problem | Unterextrusion | Überextrusion |
|---|---|---|
| Wände | Löcher, Lücken, dünn | Aufgequollen, überbreit |
| Oberfläche | Rau, Poren sichtbar | Blobbing, uneben |
| Maßhaltigkeit | Maße zu klein | Maße zu groß |
| Layer | Schlechte Verbindung | Layer quetschen sich |
Schritt 1: E-Steps kalibrieren
E-Steps = Steps per mm des Extruders. Falsche E-Steps sind die häufigste Ursache:
- 100mm Filament markieren (vom Extruder-Eingang aus messen)
- G-Code:
G1 E100 F100ausführen (100mm extrudieren) - Tatsächlich extrudierte Länge messen
- Neue E-Steps = (Aktuelle E-Steps × 100) ÷ Tatsächlich extrudiert
- Wert in EEPROM speichern:
M500
Schritt 2: Flow Rate (Flussrate) feinjustieren
Auch nach E-Step-Kalibrierung kann ein Flow-Offset nötig sein:
- Flow Rate Test: Einzelne Wand drucken, Wandstärke messen
- Gemessene Wandstärke sollte = Düsendurchmesser sein (z.B. 0,4mm)
- Flow = (Düsendurchmesser ÷ Gemessene Wandstärke) × 100
- Typischer Bereich: 95–105%
Schritt 3: Filamentdurchmesser messen
Billiges Filament hat oft inkonsistenten Durchmesser:
- An 5–10 Stellen mit Schieblehre messen
- Mittelwert im Slicer eintragen (standardmäßig 1,75mm, kann aber 1,70–1,80mm sein)
Schritt 4: Temperatur und Geschwindigkeit
Unterextrusion kann temperatur- oder geschwindigkeitsbedingt sein:
- Zu niedrige Temperatur: Filament zu viskos, kann nicht schnell genug schmelzen → Temperatur erhöhen
- Zu hohe Geschwindigkeit: Hotend kommt nicht nach → Druckgeschwindigkeit reduzieren
- Hotend verstopft: Cold Pull durchführen
Schritt 5: Extruder-Mechanik prüfen
- Extruder-Federn auf korrekte Spannung prüfen
- Drive Gear auf Verschleiß oder Filament-Abrieb prüfen
- PTFE-Tube auf Knicke und Spalten am Hotend-Übergang prüfen
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